Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
 

 
 
Stoefs, Georges Gustave

Belgier, wurde am 13. August 1882 in Brüssel geboren. Der Lehrer wohnte in Brüssel-Ixelles, rue du Bailli 92.
Als Mitbegründer einer Brüsseler Widerstandsgruppe war Georges Stoefs an Aktivitäten gegen die Besatzungsmacht beteiligt. Die deutsche „Sicherheitspolizei“ (SiPo-SD) nahm ihn am 13. Februar 1942 „bei Nacht und Nebel“ in seiner Wohnung in Ixelles fest und dürfte ihn in das zentrale deutsche Wehrmachtsgefängnis Brüssel-St. Gilles gesperrt haben.
Von dort wurde er vermutlich Ende 1942 heimlich nach Deutschland in das Gefängnis Bochum gebracht.
Am 22. Mai 1943 kam Georges Stoefs mit einem großen Sammeltransport von 150 NN-Gefangenen in das Zuchthaus Hameln. Für NN-Gefangene bestand auch in Hameln eine strenge Isolationshaft mit Informations- und Kontaktverbot.
Am 14. Dezember 1943 wurde Georges Stoefs in das Strafgefangenenlager Esterwegen, eines der KZ-artigen Moorlager im Emsland, verschleppt.
Über 50 Mann des genannten NN-Transportes kamen zumeist Anfang 1944 von Hameln nach Esterwegen, während knapp 70 Mann dieses Transportes im April 1944 in das oberschlesische Zuchthaus Groß Strehlitz gebracht wurden, den zentralen Zielort für NN-Verschleppte seit Frühjahr 1944 und bis zur Deportation in KZs im Herbst 1944.
Georges Stoefs kam jedoch nicht wie auch viele NN-Gefangene aus Esterwegen auf Transport in das Zuchthaus Groß Strehlitz; vielmehr lieferte ihn die Justiz schon im Sommer 1944 an die Gestapo aus. Diese deportierte ihn am 17. Juli 1944 in das KZ Natzweiler-Struthof im Elsaß, das wegen seiner sehr hohen Todesrate besonders berüchtigt war.
Später wurde Georges Stoefs in das KZ Dachau verschleppt, womöglich am 6. September 1944 zusammen mit seinem ehemaligen Hamelner Mitgefangenen Constant Eysganck.
Georges Stoefs starb am 5. Februar 1945 im KZ Dachau, angeblich an Gehirnhautentzündung.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Esterwegen