Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
2. Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln
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Sieger, Erich
wurde am 10. Januar 1893 in Hamburg geboren. Der Kaufmann, der jüdischen Glaubens war, wohnte in Berlin, Wilhelmstr. 141.
Als rassisch Verfolgter seit 1934 in Haft, wurde Sieger am 17. September 1935 in das Strafgefängnis Hameln eingeliefert, um aber nach nur einem Monat, am 16. Oktober 1935 in das Zuchthaus Celle verlegt zu werden. Als „Sicherungsverwahrter“ kam Sieger am 2. Februar 1937 in die Sicherungsanstalt Werl.
Von dort wurde Sieger zu einem unbekannten Zeitpunkt in das KZ Auschwitz deportiert, wo er am 11. Februar 1942 umkam.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ
Siekmann, Gustav Adolf
wurde am 21. Juni 1888 in Dornberg im Kreis Bielefeld geboren. Der Gastwirt wohnte in Hannover, Große Pfahlstr. 20.
Zwei Monate zuvor nach „Kriegssonderstrafrecht“ verurteilt, wurde Siekmann am 7. Oktober 1942 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Gustav Siekmann starb am 1. August 1943 im Zuchthaus-Lazarett und wurde auf dem Friedhof Wehl bestattet.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Siekmann, Rudolf
wurde am 14. August 1882 in Bielefeld geboren. Der Klempner wohnte in Bielefeld, Theesenerstr. 13.
Kurz zuvor verurteilt, wurde er am 21. Juni 1938 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Mit Haftende am 10. März 1942 nahm ihn die Polizei Hameln für die Gestapo in „Vorbeugehaft“ und sperrte ihn in das Gerichtsgefängnis, um ihn anderntags in das Gestapogefängnis Hannover zu verfrachten. Vermutlich ohne weitere Zwischenstation wurde Siekmann in das KZ Neuengamme verschleppt, wo er am 16. November 1942 umkam.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ
Siems, Karl
wurde am 22. Februar 1883 in Schiffdorf geboren. Der Landarbeiter wohnte in Schiffdorf bei Wesermünde (= Bremerhaven), Langestr. 131.
Seit Frühjahr 1944 in Haft, kam Siems vermutlich im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Westen mit einem vielköpfigen Sammeltransport aus dem Zuchthaus Remscheid-Lüttringhausen am 2. November 1944 in das Zuchthaus Hameln.
Karl Siems starb am 10. März 1945 im Zuchthaus und wurde auf dem Friedhof Wehl ohne Sarg bestattet (Feld C I/64).
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Silbermann, Richard
wurde am 27. Juli 1901 in Groß Wartenberg im Kreis Breslau geboren. Der Arbeiter, der jüdischen Glaubens war, wohnte in Groß Wartenberg, Wilhelmstr. 54.
Zwei Jahre zuvor als politisch und rassisch Verfolgter zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, wurde Silbermann am 21. Dezember 1941 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert und nach knapp einem Jahr, am 13. November 1942, mit einem vielköpfigen Transport zumeist jüdischer Langzeit-Gefangener in das Zuchthaus Celle weiterverlegt.
Lange vor Ablauf seiner Strafzeit, am 22. Mai 1943, wurde Silbermann zusammen mit weiteren 18 jüdischen Häftlingen in das KZ Auschwitz deportiert. Dort ist er verschollen.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ


