Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
 

2.  Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln

     Todesorte 3

2.5  Nach der Auslieferung an die Gestapo
 und der Verschleppung in Gestapogefängnisse, KZs und Ghettos

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Nolting, Ernst

wurde am 21. Juni 1892 in Nienstädt im Kreis Stadthagen geboren. Der Korbmacher wohnte in Wesermünde, Lilienthalstr. 12.
Nachdem er 1933/34 im damaligen Strafgefängnis Hameln eingesessen hatte, wurde Nolting, der seit 1941 erneut in Haft war, am 24. Juli 1942 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert, um hier bis zum 30. Oktober 1943 seine Strafe zu verbüßen.
An seinem Entlassungstag notierte die Zuchthausverwaltung: „Von der Polizei Hameln abgeholt. Kommt in Vorbeugehaft Polizeigef. Bremen“. Nach den Zwischenstationen Gerichtsgefängnis Hameln und Gestapogefängnis Bremen begann Noltings Leidenszeit als KZ-Häftling, die zeitlich und örtlich nicht ermittelt werden konnte. Bekannt ist lediglich, dass er am 27. Januar 1945 im KZ Neuengamme umkam.

Oerke, Louis

wurde am 20. Mai 1892 in Hameln geboren. Der Maler wohnte in Hamburg, Königstr. 27.
Seit Anfang 1935 in Haft, wurde Oerke am 7. November 1935 in die gerade in ein Zuchthaus umgewandelte Anstalt Hameln gebracht, um hier bis zum 9. November 1938 seine Strafe abzusitzen.
Anschließend nahm ihn die Polizei Hameln in „Vorbeugehaft“. Vermutlich über das Gestapo-Gefängnis Hamburg wurde Oerke in ein KZ verschleppt, vielleicht zunächst nach Neuengamme. Ab 18. Januar 1939 war Oerke Häftling im KZ Flossenbürg. Am 14. September 1940 kam er dort zu Tode.

Ortkamp, Josef

wurde am 21. August 1905 in Buer bei Gelsenkirchen geboren. Der Lehrer wohnte in Waltrop bei Recklinghausen, Bahnhofstraße.
Seit 1938 in Haft, wurde Ortkamp am 24. Februar 1941 für gut anderthalb Jahre in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
An seinem Entlassungstag, dem 18. Oktober 1942, holte ihn die Polizei Hameln im Auftrag der Gestapo ab und brachte ihn als „Schutzhäftling“ in das Gerichtsgefängnis, um ihn nach drei Tagen an die Gestapo Recklinghausen zu „überstellen“. Vermutlich noch 1942 wird die Gestapo Ortkamp in ein KZ verschleppt haben. Er starb am 22. März 1943 im KZ Sachsenhausen.

Peesel, Heinrich

wurde am 24. Februar 1898 in Eschede im Kreis Celle geboren. Der Bierbrauer wohnte in Hannover, Isernhagenerstr. 32.
Schon seit 1931 in Haft, wurde Peesel am 8. November 1935 in die kurz zuvor zum Zuchthaus umgewidmete Anstalt Hameln eingeliefert. Hier musste er seine Reststrafe absitzen.
Bei seiner Entlassung am 28. Juni 1937 vermerkte die Zuchthausverwaltung: „Ist nach Strafablauf der Polizei Hameln zwecks Übernahme in Vorbeugehaft übergeben worden.“ Sicherlich über das Gestapogefängnis Hannover wurde Peesel am 28. August 1937 in das KZ Buchenwald deportiert. Am 5. März 1942 kam er im KZ Flossenbürg ums Leben.

Peschik, Matthias

Tscheche, wurde am 24. Dezember 1907 in Schebes in Böhmen geboren. Der Arbeiter wohnte in Eger, Kammergasse 17.
Schon seit 1931 in Haft, wurde Peschik am 30. März 1941 für die letzten Monate seiner Strafzeit in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Am Entlassungstag, dem 25. August 1941, übergab ihn die Zuchthausverwaltung an die Polizei Hameln, die ihn für die Gestapo in „Vorbeugehaft“ nahm und zwei Tage später „auf Transport" nach Hannover setzte. Seit 18. November 1941 war Peschik im KZ Mauthausen, wo er am 1. Juli 1943 ermordet wurde - „auf der Flucht erschossen“.