Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
1. Die Opfer unter den jüdischen Bürgern
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Kamenetzky, Eva
wurde am 21. Juni 1928 als Tochter der Eheleute Salomon und Henriette Kamenetzky geboren.
Von ihrer Familie überlebte nur ihr Bruder Hermann.
Eva Kamenetzky wohnte mit ihrer polnisch stämmigen Familie seit 1935 in der Königstr. 2.
Das zehnjährige Mädchen wurde am 27. Oktober 1938 zusammen mit seinen Eltern von der Hamelner Polizei in Abschiebehaft genommen, nach Hannover „überstellt“ und einen Tag später in einem Sondertransport an die polnische Grenze nach Bentschen (Zbaszyn) deportiert.
Bis Sommer 1939 war Eva Kamenetzky dort in einem Lager interniert und wurde dann an einen unbekannten Deportationsort verschleppt. Das weitere Schicksal von Eva Kamenetzky ist nicht bekannt.
Gruppenzugehörigkeit: Juden / Hameln
Kamenetzky, Henriette, geb. Löwenstein
wurde am 5. Juli 1895 in Ibbenbüren geboren. Sie heiratete den aus Polen stammenden Salomon Kamenetzky. Die Eheleute hatten zwei Kinder, von denen nur der Sohn Hermann überlebte.
Wegen des von der nationalsozialistischen Regierung erlassenen Aufenthaltsverbots für polnische Juden wurde die Familie Kamenetzky mit der Tochter Eva am 28. Oktober 1938 über Hannover an die polnische Grenze nach Bentschen (Zbaszyn) deportiert.
Bis Sommer 1939 war sie dort in einem Lager interniert und wurde dann an einen unbekannten Deportationsort verschleppt. Henriette Kamenetzky gilt als verschollen.
Gruppenzugehörigkeit: Juden / Hameln
Kamenetzky, Salomon
wurde am 9. Februar 1886 in Rotzko, Kreis Grodnow (Polen) geboren. Er heiratete in Deutschland Henriette Kamenetzky, geborene Löwenstein, aus Ibbenbüren. Seit 1925 lebten die Eheleute in Hameln. Salomon hatte in der Bahnhofstraße 40 ein Schuhgeschäft. Die Wohnung der Familie lag in der Königstraße 37, seit 1935 in der Königstraße 2. Spätestens 1936 musste wegen der anhaltenden Boykotte das Geschäft in der Bahnhofstraße geschlossen werden. Salomon arbeitete seitdem als reisender Kaufmann, später als Arbeiter.
Wegen des von der nationalsozialistischen Regierung erlassenen Aufenthaltsverbots für Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit wurde der damals 52jährige Salomon Kamenetzky zusammen mit seiner Ehefrau und Tochter Eva am 27. Oktober 1938 in Hameln in Abschiebehaft genommen und am nächsten Tag über Hannover an die polnische Grenze nach Bentschen (Zbaszyn) deportiert.
Bis Sommer 1939 war die Familie dort in einem Lager interniert und wurde dann an einen unbekannten Deportationsort verschleppt. Salomon Kamenetzky gilt als verschollen.
Gruppenzugehörigkeit: Juden / Hameln
Katz, Rieka, geb. Jordan
wurde am 14. September 1870 in Telgte bei Münster geboren. Ihr Ehemann war der Viehhändler Abraham Katz aus Hameln. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor, Walter und Karl Katz, von denen nur Karl die Flucht aus Deutschland gelang.
Mit Rieka Katz wurde auch ihre Schwester Henny Herz, geb. Jordan, deportiert.
Die Familie besaß in Hameln das Haus Pferdemarkt 8. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1930 führte Rieka Katz mit ihren Söhnen das Viehgeschäft weiter. Nach dem erzwungenen Verkauf des Geschäftes scheiterten Versuche auszuwandern.
Seit Ende 1939 wurde das Haus Pferdemarkt 8 von der Hamelner Stadtverwaltung als „Judenhaus“ verwendet.
Die zweiundsiebzigjährige Rieka Katz wurde am 23. Juli 1942 von Hameln über Hannover-Ahlem in das Altersghetto Theresienstadt deportiert. Von Theresienstadt wurde sie am 26. September 1942 in das Vernichtungslager Treblinka verschleppt.
In Treblinka wurde Rieka Katz ermordet.
Zur Erinnerung an Rieka Katz und ihre Familie sowie an Paula Cahn wurden am 28. März 2014 vor dem Haus Pferdemarkt 8 vier Stolpersteine verlegt.
Siehe die Webseite www.stolpersteine.geschichte-hameln.de
Gruppenzugehörigkeit: Juden / Hameln
Katz, Walter
wurde am 7. Februar 1904 in Bösingfeld (Lippe) geboren. Seine Eltern waren der Viehhändler Abraham Katz und dessen Frau Rieka. In Hameln besaß die Familie ein Haus am Pferdemarkt, die Nr. 8.
Auch Walter Katz´ Mutter wurde deportiert und umgebracht, während seinm Bruder Karl die Flucht gelang.
Im Anschluss an die Schulzeit arbeitete Walter Katz als Angestellter im Warenhaus Löwenstein in Hildesheim. Nach dem Tod des Vaters kam er nach Hameln zurück, um der Mutter bei der Führung des Viehgeschäftes zu helfen.
Am 9. November 1938 nahm die Hamelner Polizei Walter Katz zusammen mit anderen jüdischen Männern in „Schutzhaft“ und sperrte ihn in das Gefängnis des Amtsgerichts. Anderntags wurde er in das Gestapo-Gefängnis Hannover verschleppt und von dort in das Konzentrationslager Buchenwald. Dort wurde der 34jährige am 7. Januar 1939 ermordet.
Sein Urnengrab befindet sich auf dem jüdischen Friedhof in Hannover-Bothfeld.
Zur Erinnerung an Walter Katz und seine Familie sowie an Paula Cahn wurden am 28. März 2014 vor dem Haus Pferdemarkt 8 vier Stolpersteine verlegt.
Siehe die Webseite www.stolpersteine.geschichte-hameln.de
Gruppenzugehörigkeit: Juden / Hameln