Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
1. Die Opfer unter den jüdischen Bürgern
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Moos, Gertrud, geb. Jonas
wurde am 20. Februar 1888 in Tündern bei Hameln geboren. Ihre Eltern waren der Viehhändler Moritz Jonas und seine Frau Dina, geb. Löwenstein.
Ihre ein Jahr jüngere Schwester Helene Martha Jonas wurde in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück deportiert und in Bernburg ermordet.
Gertrud Moos lebte in Lippstadt und zuletzt in Anröchte.
Gertrud Moos wurde am 29. Juli 1942 über Dortmund nach Theresienstadt und von dort am 15. Mai 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Sie gilt als verschollen.
Gruppenzugehörigkeit: Juden / Tündern
Münchhausen, Fritz
wurde am 15. April 1896 als Sohn von Louis und Helene Münchhausen in Hameln geboren.
Seiner Schwester Antonia, verheiratete Rothenberg, und seinem Bruder Otto gelang die Flucht aus Deutschland.
Fritz Münchhausen war zweimal verheiratet. Die Namen seiner Ehefrauen und möglicher Kinder sind nicht bekannt. Um 1934 verließ der Kaufmann Fritz Münchhausen Hameln und wohnte seitdem in Ennigloh.
Fritz Münchhausen wurde 1942 im Alter von 46 Jahren deportiert. Er gilt als verschollen. Das Amtsgericht Bünde hat ihn für tot erklärt.
Gruppenzugehörigkeit: Juden / Hameln
Nachmann, Julius
wurde am 2. Juni 1877 in Polle geboren. Seit 1913 wohnte er in Holzminden, später in Frankfurt am Main.
Mit Ehefrau Helene und Tochter Lore wurde er im Alter von 64 Jahren am 22. November 1941 von Frankfurt in das Lager Kowno (Kaunas), Fort IX, deportiert. Im Lager Kowno, Fort I, wurde Julius Nachmann am 25. November 1941 ermordet.
Gruppenzugehörigkeit: Juden / Polle
Nachmann, Minna, geb. Rothenberg
wurde am 12. Oktober 1862 in Dassel, Kreis Einbeck, geboren. Ihr Ehemann Max starb am 21. April 1940 im israelitischen Krankenhaus in Hannover.
Aus Polle, Burgstraße 27, wurde sie zusammen mit ihrem Bruder Julius Rothenberg nach Hannover-Ahlem verschleppt und von dort am 24. Juli 1942 in das Altersghetto Theresienstadt deportiert. Wenige Tage nach der Deportation starb sie am 3. August 1942 in Theresienstadt. Sie war zum Zeitpunkt ihres Todes 79 Jahre alt.
Gruppenzugehörigkeit: Juden / Polle
Neugarten, Siegfried
wurde am 17. März 1887 in Mengede bei Bochum geboren und wohnte in Zeven, Langestr. 32.
Er war Insasse im Zuchthaus Hameln vom 1. März 1938 bis 30. Januar 1941.
Mit seiner Frau dürfte er am 18. November 1941 in das Ghetto Minsk deportiert worden sein. Seine Ehefrau starb am 28. Juli 1942 im Ghetto. Neugarten selbst ist verschollen.
Siehe die Darstellung im Verzeichnis der Ghetto- und KZ-Opfer unter den Zuchthausgefangenen (Kap. 2.5).
Gruppenzugehörigkeit: Juden / Hameln