Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
 

2.  Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln

     Todesorte 3

2.5  Nach der Auslieferung an die Gestapo
 und der Verschleppung in Gestapogefängnisse, KZs und Ghettos

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Erkens, Hugo

wurde am 30. März 1896 in Duisburg-Ruhrort geboren. Der Hafenarbeiter wohnte in Duisburg-Ruhrort, Kreuzstr. 3.
Als der KPD-Funktionär zusammen mit vielen anderen politischen Gefangenen am 8. November 1935 in Hameln eintraf, war die Strafanstalt gerade in ein Zuchthaus umgewidmet worden. Erkens, der kurz zuvor aus politischen Gründen verurteilt worden war, verbüßte in Hameln fast seine gesamte Strafe.
Mit seiner Entlassung am 28. Februar 1938 nahm ihn die Hamelner Polizei in „Schutzhaft“ und übergab ihn der Gestapo Düsseldorf. Diese verschleppte ihn am 17. März 1938 in das KZ Buchenwald, wo er noch im selben Jahr, am 5. Dezember, an „Herzschwäche“ starb.

Evertz, Max

wurde am 9. Oktober 1903 in Remscheid geboren. Der Ingenieur wohnte in Remscheid, Ludendorfstr. 26.
Seit 1939 in Haft, wurde Evertz am 24. Februar 1941 für knapp ein Jahr in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Nach dem Ende seiner Strafzeit verbrachte ihn die Polizei Hameln am 19. Dezember 1941 als „Schutzhaftgefangenen“ in das Gerichtsgefängnis, aus dem er an Heiligabend an die Gestapo Wuppertal „überführt“ wurde. Über das KZ Buchenwald kam Evertz am 13. März 1942 in das KZ Ravensbrück (Männerlager). Dort wurde er am 11. Juli 1942 um sein Leben gebracht.

Fehrmann, Heinrich

wurde am 26. Februar 1913 in Hannover geboren. Der Friseur wohnte in Hannover, Dörnbergstr. 25.
Er wurde am 4. März 1937, kurz nach seiner Verurteilung durch das Landgericht Hannover, in das Zuchthaus Hameln eingeliefert. Heinrich Fehrmann blieb in Zuchthaus Hameln bis zum Ablauf seiner Strafe am 15. Oktober 1940.
An diesem Tag brachte ihn die Polizei Hameln als „Schutzhäftling“ in das Gerichtsgefängnis Hameln, um ihn anderntags der Gestapo Hannover zu übergeben. Diese verschleppte Heinrich Fehrmann in das KZ Sachsenhausen.
Seit 22. Oktober 1941 war Heinrich Fehrmann Häftling im KZ Niederhagen bei Büren-Wewelsburg.
Zunächst ein Außenlager des KZ Sachsenhausen, dann selbstständig, zuletzt ein Außenlager des KZ Buchenwald, galt dieses KZ als besonders mörderisch.
Heinrich Fehrmann kam am 15. März 1942 im KZ Niederhagen ums Leben.
Laut einer email des Kreismuseums Wewelsburg vom 24. November 2022 weisen Recherchen darauf hin, dass ein Kapo Fehrmann erwürgt haben soll.

Feuer, Sigmund

wurde am 11. Juni 1903 in Augsburg geboren. Der Zahntechniker, der jüdischen Glaubens war, wohnte in Hamburg, Grindelallee 139.
Seit 1937 als rassisch Verfolgter in Haft, wurde er zusammen mit anderen jüdischen Gefangenen am 7. August 1940 aus dem Zuchthaus Celle in das Zuchthaus Hameln verlegt. In den Celler Außenlagern Mulmshorn oder Lührsbockel hatten diese Männer Hunger und schwere Misshandlungen zu erleiden. In Hameln musste Feuer die letzten zwei Monate seiner Haftzeit, die am 2. Oktober 1940 endete, absitzen.
Anschließend wurde er dem Untersuchungsgefängnis Hamburg „zugeführt“. Welches Schicksal Feuer erlitt, ist unbekannt. Seine Deportation und ein mörderisches Ende zu einem späteren Zeitpunkt sind wahrscheinlich.

Fikartz, Josef

wurde am 19. November 1879 in Aachen geboren. Der Gastwirtsgehilfe wohnte in Braunschweig, Rennenbergerstr. 6.
Seit 1939 in Haft, wurde Fikartz am 5. Februar 1941 für die letzten vier Monate seiner Strafe in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Bei seiner Entlassung am 21. Juni 1941 nahm ihn die Polizei Hameln für die Gestapo in „Schutzhaft“. Wahrscheinlich über das Gerichtsgefängnis Hameln und die Gestapo Hannover kam Fikertz in das KZ Sachsenhausen, wo er am 17. November 1941 umkam.