Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
 

2.  Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln

     Todesorte 3

2.5  Nach der Auslieferung an die Gestapo
 und der Verschleppung in Gestapogefängnisse, KZs und Ghettos

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Fischer, Martin

wurde am 12. August 1911 in Celle geboren. Der Schlachter wohnte in Hamburg, Rubenkamp 28.
Seit 1938 in Haft, wurde Fischer am 15. April 1939 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert. Hier blieb er bis zum Ende seiner Strafzeit am 11. Dezember 1941.
An diesem Tag holte ihn die Polizei Hameln ab und brachte ihn als „Polizeigefangenen“ in das Gerichtsgefängnis Hameln, um ihn sechs Tage später an die Gestapo Hannover auszuliefern. Seit 26. Februar 1942 war Fischer Häftling im KZ Buchenwald. Dort kam er am 26. Oktober 1942 ums Leben.

Fleischel, Günther

wurde am 1. Juni 1903 in Berlin geboren. Der Kaufmann, der jüdischen Glaubens war, wohnte in Hannover, Matthiasstr. 4.
Als rassisch Verfolgter erstmals 1938/39 in Hameln in Haft, sodann für drei Monate im Zuchthaus Celle, wurde Fleischel am 24. Januar 1940 erneut in das Zuchthaus Hameln eingeliefert; diesmal blieb er bis zum Ende seiner Strafzeit am 12. Juni 1941. Anschließend wurde er für kurze Zeit nach Hannover, Herrenstr. 6, in die Freiheit entlassen.
Im September 1941 musste er in das „Judenhaus“ Herschelstraße 31 ziehen. Am 15. Dezember 1941 wurde Günther Fleischel von Hannover mit einem Sammeltransport in das Ghetto Riga deportiert. Hier kam Fleischel am 5. September 1943 ums Leben.

Franke, Paul

wurde am 27. November 1887 in Herne geboren. Der Bergmann wohnte in Wanne-Eickel, Hermann Göringstr. 169.
Als der KPD-Aktivist zusammen mit vielen anderen politischen Gefangenen am 8. November 1935 in Hameln eintraf, war die Strafanstalt gerade in ein Zuchthaus umgewidmet worden. Franke, der kurz zuvor aus politischen Gründen verurteilt worden war, verbüßte in Hameln den größten Teil seiner Strafe.
Mit seiner Entlassung am 19. Oktober 1937 nahm ihn die Hamelner Polizei in „Schutzhaft“. Ob er umgehend in einem KZ landete oder erst später, ist nicht bekannt. Seit 16. Februar 1945 war Franke Häftling im KZ Buchenwald, „Lager 2“. Franke starb kurz nach der Befreiung, am 16. Mai 1945, im Camp-Hospital an Typhus.

Freitag, Martin

wurde am 6. Dezember 1873 in Holtheim im Kreis Büren geboren. Der Invalide wohnte in Bochum-Weitmar, Kellermannstr. 55.
Seit 1937 in Haft, wurde Freitag am 11. Juli 1939 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert und am 6. April 1941 in das Zuchthaus Celle weiterverlegt, wo er bis zu seinem Haftende am 14. Oktober des Jahres einsaß.
Anschließend nahm ihn die Polizei Celle in „Vorbeugehaft“. Der 68-Jährige starb am 21. Januar 1942 im KZ Dachau.

Furtwängler, Walter

wurde am 25. November 1903 in Stadthagen geboren. Der Autovermieter wohnte in Stadthagen, Am Kirchhof 6.
Kurz zuvor verurteilt, wurde Furtwängler am 22. Dezember 1937 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert und blieb dort bis zum Haftende am 3. September 1940.
An diesem Tag „übergab“ ihn die Zuchthausverwaltung an die Polizei Hameln; die wiederum „überführte“ ihn anderntags an die Gestapo Hannover. Seit 8. November 1940 war Furtwängler Häftling im KZ Sachsenhausen. Dort kam er am 30. Dezember 1940 ums Leben.