Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
2. Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln
Todesorte 3
2.5 Nach der Auslieferung an die Gestapo
und der Verschleppung in Gestapogefängnisse, KZs und Ghettos
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Hilgert, Hermann
wurde am 9. Februar 1883 in Alsens im Kreis Rockenhausen geboren. Der Steinmetz wohnte in Duisburg-Hamborn, Kampstr. 73.
Seit 1935 als politischer Gefangener in Haft, wurde Hilgert am 25. März 1936 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
An seinem Entlassungstag, dem 20. Februar 1942, nahm ihn die Polizei Hameln in „Schutzhaft“ und sperrte ihn fünf Tage lang in das Gerichtsgefängnis, bis zu seinem Abtransport in das Gestapogefängnis Duisburg. Später war Hilgert Häftling im KZ Sachsenhausen und scheint im KZ umgekommen zu sein.
Hirschberg, Fritz
wurde am 6. Juni 1916 in Berlin geboren. Der Möbeltischler, der jüdischen Glaubens war, wohnte in Berlin-Mitte, Zionskirchstr. 5.
Seit 1939 in Haft, wurde Heymann am 17. Dezember 1941 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert und nach fast einem Jahr, am 13. November 1942, mit einem vielköpfigen Transport zumeist jüdischer Langzeit-Gefangener in das Zuchthaus Celle weiterverlegt.
Am 22. Mai 1943, lange vor dem Ablauf seiner Freiheitsstrafe, überließ ihn die Justiz der Gestapo, die ihn zusammen mit weiteren 18 jüdischen Häftlingen am 16. Juli 1943 nach Auschwitz deportierte. Hirschberg wurde für tot erklärt.
Hoffmann, Heinrich
wurde am 16. November 1891 in Hannover geboren. Der Reichsbahnbeamte wohnte in Hannover, Hagenstr. 64.
Seit einem halben Jahr in Haft, wurde Hoffmann am 7. Dezember 1937 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Am Tag seiner Entlassung, dem 20. Juni 1939, nahm ihn die Polizei Hameln in „Vorbeugehaft“ und brachte ihn bis zum Transport zur Gestapo Hannover anderntags ins Gerichtsgefängnis. Hoffmann wurde am 12. Januar 1940 im KZ Sachsenhausen ums Leben gebracht.
Hoffmann, Hermann
wurde am 21. September 1878 in Reusendorf im Kreis Landshut geboren. Der Schneider wohnte in Wanne-Eickel, Bochumerstr. 153.
Seit 1938 in Haft, wurde Hoffmann am 11. Juli 1939 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Am Tag seiner Entlassung, dem 28. Oktober 1939, nahm ihn die Polizei Hameln in „Vorbeugehaft“ und brachte ihn ins Gerichtsgefängnis. Nach mehr als zwei Wochen lieferte sie ihn an die Gestapo Hannover aus. Hoffmann wurde am 21. Juni 1940 im KZ Sachsenhausen ums Leben gebracht.
Hoffmann, Max
wurde am 16. Juni 1909 in Berlin geboren. Der Konditor, der jüdischen Glaubens war, wohnte in Oberstdorf, Tretteichstr.
Seit 1938 als rassisch Verfolgter in Haft, wurde er zusammen mit anderen jüdischen Gefangenen am 14. August 1940 aus dem Zuchthaus Celle in das Zuchthaus Hameln verlegt. In den Celler Außenlagern Mulmshorn oder Lührsbockel hatten diese Männer Hunger und schwere Misshandlungen zu erleiden. Hoffmann saß in Hameln bis zum Ende seiner Strafzeit am 22. Dezember 1940 ein.
Ob er an seinem Entlassungstag dem Zugriff der Gestapo bzw. der Polizei Hameln zum Opfer fiel, ist nicht bekannt.
Später jedenfalls geriet Hoffmann in die Fänge der Gestapo, die ihn am 19. April 1943 von Berlin aus in das Vernichtungslager Auschwitz deportierte. Der Tag seines Todes ist nicht bekannt.