Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
2. Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln
Todesorte 3
2.5 Nach der Auslieferung an die Gestapo
und der Verschleppung in Gestapogefängnisse, KZs und Ghettos
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Hollfuß, Heinrich
wurde am 13. Juli 1901 in Danzig geboren. Der Landarbeiter wohnte in Stauffenburg im Kreis Gandersheim.
Seit kurzem als politischer Gefangener in Haft, wurde Hollfuß am 7. Februar 1940 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Am 3. Oktober 1941, seinem Entlassungstag, wurde er von der Polizei Hameln im Zuchthaus abgeholt, als „Polizeigefangener“ in das Gerichtsgefängnis gebracht, um dort fünf Tage auf seinen Abtransport in das „Sonderlager“ Watenstedt bei Salzgitter zu warten. Von diesem mörderischen Lager der Gestapo Braunschweig wurde Hollfuß in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Er starb im KZ am 18. Juni 1942.
Homberg, Max
wurde am 26. November 1896 in Düsseldorf geboren. Der Schlosser wohnte in Brandenburg-Neustadt, Heidestr. 47.
Seit 1940 in Haft, wurde Homberg am 18. Februar 1942 für ein halbes Jahr in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Am 24. August 1942, dem Tag seiner Entlassung, nahm ihn die Polizei Hameln fest zwecks „Überführung“ in ein Gestapogefängnis in Berlin am 28. August. Die Gestapo wird Homberg bald in ein KZ verschleppt haben. Homberg wurde am 31. Januar 1945 im KZ Sachsenhausen ums Leben gebracht.
Jakobs, Peter
Niederländer, wurde an 18. Dezember 1921 in Arnheim geboren. Vor seiner Verhaftung war er als Kranführer im Arbeitseinsatz und wohnte in Hannover, Bülowstr. 3.
Seit 1943 in Haft, wurde Jakobs am 16. Mai 1944 vom Zuchthaus Celle in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Nach Ablauf seiner Zuchthausgefangenschaft, am 21. August 1944, nahm ihn die Polizei Hameln in „Schutzhaft" und sperrte ihn für einen Monat in das Gerichtsgefängnis, um ihn am 20. September 1944 in das Gestapogefängnis Hannover-Ahlem zu „überführen“.
Da Jakobs als verschollen gilt, dürfte er in Ahlem oder im „Arbeitserziehungslager" Lahde/Weser, dem KZ der Gestapo Hannover, umgekommen sein.
Jankowski, Peter
wurde am 25. Mai 1887 im damals deutschen Gnesen geboren. Der Maurer wohnte in Osnabrück, Pfaffenstr. 3.
Seit kurzem als KPD-Aktivist in Haft, wurde Jankowski am 19. Juli 1938 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert. Er saß hier bis zum Ende seiner Haftzeit am 4. Juli 1941 ein.
An diesem Tage wurde Jankowski von der Gestapo Osnabrück abgeholt. Er starb am 8. Dezember 1942 im KZ Groß Rosen.
Janssen, Johann
wurde am 30. Januar 1898 in Norden geboren. Der Bäcker wohnte in Emden, Gottfried Boerenstr. 89.
Seit kurzem als KPD-Aktivist in Haft, wurde Janssen am 17. Mai 1938 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert. Er saß hier bis zum Ende seiner Haftzeit am 25. August 1944 ein.
An diesem Tage wurde er von der Polizei Hameln in „Schutzhaft“ genommen, in das Gerichtsgefängnis gebracht und am 30. August 1944 in das Gestapogefängnis Hannover-Ahlem „überführt“. Umgehend in das KZ Neuengamme weiterverschleppt, gehörte Janssen zu den KZ-Häftlingen, die seit ihrer „Evakuierung“ auf die „Cap Arcona', die die Briten im Mai versehentlich bombardierten, auf der Ostsee verschollen sind.