Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
3. Die Opfer unter den ausländischen zivilen Zwangsarbeitern
sowie den Kriegsgefangenen
3.11 Die Opfer unter den Kindern
3.11.1 Stadt Hameln und Landkreis Hameln-Pyrmont
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de Leenheer, William
wurde am 27. Februar 1945 vermutlich in Bad Pyrmont geboren. Über seine belgische Mutter ist nichts bekannt. Sie dürfte vor Ort im Arbeitseinsatz gewesen sein.
Der Säugling starb am 4. Oktober 1945 in Bad Pyrmont und wird auf einem örtlichen Friedhof bestattet worden sein.
Debatsch, Siegmund
kam am 19. Oktober 1944 in Hameln als Frühgeburt zur Welt. Seine Mutter Maria stammte aus Antonowka im Kreis Kostopol in der damaligen Sowjetunion. Sie musste in Brökeln im Kreis Holzminden Zwangsarbeit leisten.
Das Kind starb nach zwei Wochen, am 2. November 1944, im Stadtkrankenhaus Hameln an „allgemeiner Schwäche“ und wurde auf dem Deisterfriedhof, Abt. Kinderfriedhof, bestattet (Nord III /17).
Dekownow, Sbischlaw (Zdislaw)
wurde am 28. Oktober 1943 in Hameln geboren. Seine Mutter Stefania kam aus Polen und musste bei einem Bauern in Rohrsen im Kreis Springe arbeiten.
Der Säugling starb nach einer Woche, am 5. November 1943, im Stadtkrankenhaus Hameln an Diphtherie. Zdislaw wurde auf dem Deisterfriedhof, Abt. Kinderfriedhof, bestattet (Nord III /201).
Derer, Emil
wurde am 12. Mai 1936 in Velke Pole in der Slowakei geboren. Sein Heimatort ist nicht bekannt.
Das knapp neunjährige Kind starb kurz nach der Befreiung am 22. April 1945 in Aerzen, wo seine Familie untergebracht war, und wurde auf dem örtlichen Friedhof bestattet (Grab-Nr. 462).
Dortschain (oder Dorshiw), Iwan Chacha
wurde am 12. März 1930 in Elista im sowjetischen Kalmückengebiet geboren und wohnte in Nikolajew. Das Kind musste in der Hamelner Rüstungsfabrik Domag arbeiten.
Der vierzehnjährige Junge starb am 19. September 1944 im „Ostarbeiterlager“ Kuhbrückenstraße an einer „Selbstalkoholvergiftung“ und wurde auf dem „alten Kriegsgefangenenfriedhof“ am Rande des Friedhofs Wehl bestattet (Feld KGF B 36). Sein Name und die Lebensdaten stehen – neben anderen – auf einer der Grabstelen, die der Volksbund in den 1950er Jahren setzen ließ.