Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
 

2.  Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln

     Todesorte 3

2.5  Nach der Auslieferung an die Gestapo
 und der Verschleppung in Gestapogefängnisse, KZs und Ghettos

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Steinwedel, Georg

wurde am 11. September 1898 in Hannover geboren. Der Bildhauer wohnte in Hannover, Engelbostelerdamm 9.
Kurz zuvor verurteil, wurde Steinwedel am 15. Juli 1937 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert und blieb hier bis zu seiner Entlassung am 23. Juni 1942.
An diesem Tag nahm ihn die Polizei Hameln in „Vorbeugehaft“, sperrte ihn in das Gerichtsgefängnis und lieferte ihn schon anderntags an die Gestapo Hannover aus. Steinwedel kam am 18. Januar 1943 im KZ Neuengamme ums Leben und wurde auf dem Seelhorster Friedhof in Hannover bestattet.

Stichnoth, Wilhelm

wurde am 23. Oktober 1889 in Lagershausen im Kreis Northeim geboren. Der Schneider wohnte in Bielefeld, Goldstr. 10.
Kurz zuvor verurteilt, wurde er am 26. Mai 1936 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Am Tag seiner Entlassung, am 30. September 1938, nahm ihn die Polizei Hameln für die Gestapo Hannover in „Vorbeugungshaft“ und beließ ihn bis zu seinem Abtransport in das Gestapogefängnis Hannover zwölf Tage lang im Gerichtsgefängnis Hameln. Stichnoth kam sechs Jahre später, am 8. Juli 1944, im KZ Sachsenhausen ums Leben.

Störmer, Julius

wurde am 31. Dezember 1907 in Wätzum im Kreis Hildesheim geboren. Der Arbeiter wohnte in Minden, Königswall 33.
Kurz zuvor verurteilt, wurde er am 19. Dezember 1935 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert, wo er bis zum 19. März 1938 seine Strafe verbüßte.
An diesem Tag notierte die Zuchthausverwaltung: „Von der Polizei abgeholt. Vorbeugehaft“. Vermutlich über das Gestapo-Gefängnis Hildesheim wurde Störmer in das KZ Sachsenhausen verschleppt und am 17. November 1938 weiter in das KZ Flossenbürg, wo er am 25. März 1939 umkam.

Storoni, Jean

Luxemburger, wurde am 10. Dezember 1902 in Rodingen geboren. Der Bergmann wohnte in Rodingen, Hermann Göringstr. 77.
Seit 1942 als politischer Gefangener in Haft, kam Jean Storoni am 16. September 1944 mit einem Sammeltransport mit Hunderten von Leidensgenossen aus dem „evakuierten“ Zuchthaus Rheinbach bei Köln nach Hameln.
Vermutlich wurde Storoni nach Ablauf seiner Strafe am 19. November 1944 in das Gestapogefängnis Hannover-Ahlem verschleppt und von dort weiter in das KZ Neuengamme.
Jean Storoni wurde im April 1945 im KZ Neuengamme umgebracht.

Stühmann, Wilhelm

wurde am 7. August 1908 in Steinhude geboren. Der Landarbeiter wohnte in Rehren bei Hohnhorst im Kreis Schaumburg.
Schon in früheren Jahren wiederholt in Haft, wurde Stühmann am 21. Januar 1936 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
An seinem Entlassungstag, dem 3. Dezember 1937 übergab ihn die Zuchthausverwaltung der Polizei in „Vorbeugehaft“. Vermutlich über das Gestapogefängnis Hannover und über das KZ Sachsenhausen wurde Stühmann am 17. November 1938 in das KZ Flossenbürg verschleppt, wo er am 18. August 1940 umkam.