Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
 

2.  Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln

     Todesorte 3

2.5  Nach der Auslieferung an die Gestapo
 und der Verschleppung in Gestapogefängnisse, KZs und Ghettos

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Wahle, Heinrich

wurde am 6. November 1897 in Bochum geboren. Der Französisch-Lehrer wohnte in Bochum, Humboldtstr. 4.
Seit 1936 in Haft, wurde Wahle am 20. Juni 1939 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert, um hier die letzten zwei Jahre seiner Strafzeit abzusitzen.
An seinem Entlassungstag, dem 15. August 1941, nahm ihn die Polizei Hameln für die Gestapo Bochum in „Vorbeugehaft“. Am 20. August wurde Wahle vom Gerichtsgefängnis Hameln aus nach Bochum „auf Transport" gesetzt. Ein Jahr später, am 17. Juli 1942, kam er im KZ Sachsenhausen ums Leben.

Wajsmann, Laib

Pole, wurde am 1. Januar 1903 in Olkusz geboren. Der Vertreter, der jüdischen Glaubens war, wohnte in Hamburg-Altona, Poststr. 25.
Als rassisch Verfolgter seit 1938 in Haft, wurde er zusammen mit anderen jüdischen Gefangenen am 4. September 1940 aus dem Zuchthaus Celle in das Zuchthaus Hameln verlegt. In den Celler Außenlagern Mulmshorn oder Lührsbockel hatten diese Männer Hunger und schwere Misshandlungen zu erleiden.
Am 24. Dezember 1940 wurde Wajsmann der Polizei Hameln übergeben, deutlich vor Ablauf seiner Strafzeit, die am 5. September 1941 geendet hätte. Welches Schicksal Wajsmann erlitt, ist unbekannt. Eine Deportation zu einem späteren Zeitpunkt ist wahrscheinlich.

Walda, Douwe

Niederländer, wurde am 15. Mai 1918 in Leens bei Groningen geboren. Der Arbeiter wohnte in Leens und war zuletzt als Zwangsarbeiter in Sande bei Wilhelmshaven im Einsatz.
Im März 1943 vom Sondergericht Oldenburg nach „Kriegssonderstrafrecht“ zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, wurde Douwe Walda am 21. April 1943 zur Strafverbüßung vom Gefängnis Oldenburg in das Zuchthaus Hameln gebracht.
Nach Ablauf seiner Strafzeit am 16. Februar 1945 wurde er der Gestapo übergeben, die ihn über ihr Gefängnis in Ahlem oder aber direkt in das „Arbeitserziehungslager“ Lahde/Weser, das KZ der Gestapo Hannover, verschleppte.
Douwe Walda kam am 2. April, zu Beginn des Todesmarsches von Lahde ins Gestapo-Gefängnis Hannover-Ahlem, ums Leben; dieser Todeszeitpunkt spricht dafür, dass das Wachpersonal Walda als einen von vermutlich 27 nicht marschfähigen Häftlingen kurzerhand exekutierte.
Douwe Walda wurde auf dem Gelände des heutigen Ehrenfriedhofs Lahde-Bierde bestattet.

Wallbaum, Hermann

wurde am 1. April 1887 in Bückeburg geboren. Der Gemüsehändler wohnte in Bückeburg, Trampetorstr. 30.
Kurz zuvor verurteilt, wurde Wallbaum am 16. August 1938 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert und blieb seine gesamte Strafzeit über in Hameln.
Am 21. April 1943 überließ ihn die Zuchthausverwaltung der Polizei Hameln, die ihn wahrscheinlich „auf Transport" nach Hannover oder Hamburg setzte. Ab 15. November 1943 war Wallbaum Häftling im KZ Neuengamme. Er starb dort am 20. Juni 1944.

Weiser, Robert

Pole, wurde am 23. Dezember 1887 in Lodz geboren. Der Weber wohnte in Dortmund-Huckardt, Burgheisterkamp 44.
Seit einem halben Jahr in Haft, wurde Weiser am 8. November 1935 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert und saß in Hameln seine Strafe ab, die am 7. September 1936 endete.
Da die Hamelner Polizei gegen ihn die Ausweisung verfügt hatte, wurde er von der Polizei Hameln im Zuchthaus abgeholt. Was mit Weiser anschließend geschah und wie sein Leben in den nachfolgenden Jahren verlief, ist nicht bekannt.
Am 8. Oktober 1943 befand er sich in der Gewalt der Gestapo Dortmund. Am 2. Januar 1944 kam er – vermutlich in einem KZ – zu Tode.