Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
de Vries, Mindert
Niederländer, wurde am 19. August 1922 in Ziepe geboren. Der Melker wohnte zuletzt vermutlich als Zwangsarbeiter in Liesborn im Kreis Beckum.
1943 verhaftet und Anfang 1944 verurteilt, wurde Mindert de Vries am 31. Mai 1944 in das Zuchthaus Hameln gebracht.
Ende Juli kam de Vries in das neu eingerichtete Zuchthaus-Außenlager Holzen zum mörderischen Arbeitseinsatz. Die erlittenen Strapazen ließen ihn erkranken, so dass er bereits am 12. August 1944 als "nicht außenarbeitsfähig" nach Hameln zurückverlegt wurde.
Am 2. Oktober 1944 gehörte Mindert de Vries einem 200köpfigen Transport an, mit dem vor allem Gefangene aus geräumten westdeutschen Zuchthäusern nach der Zwischenstation Hameln in ein Lager bei Prenzlau nördlich von Berlin weiterverlegt wurden.
Als Prenzlau wenige Monate später wegen der herannahenden Front geräumt werden musste, kam de Vries, wie viele ehemalige Mitgefangene aus Hameln, in das Zuchthaus Brandenburg. Während die meisten von ihnen am 15. Februar 1945 nach Hameln zurückgebracht wurden, blieb de Vries in Brandenburg und erlebte dort die Befreiung. Anschließend kehrte er an seinen deutschen Wohnort zurück.
Mindert de Vries starb kurz nach Kriegsende, am 5. Juni 1945, in Liesborn, vermutlich an den in seiner Haftzeit erlittenen Strapazen.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Brandenburg

