Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
 

1.  Die Opfer unter den jüdischen Bürgern

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Philippson, David

wurde am 7. Dezember 1857 in Kemnade geboren. Er wohnte zuletzt in Frankfurt am Main.
Von Frankfurt aus wurde er am 18. August 1942 in das Altersghetto Theresienstadt deportiert und starb dort im Alter von 84 Jahren wenige Wochen nach seiner Ankunft am 23. September 1942.

Gruppenzugehörigkeit:  Juden / Kemnade

Philippson, Julius

wurde am 8. April 1894 in Magdeburg geboren und wohnte in Berlin, Kanzowstr. 8.
Er war Insasse im Zuchthaus Hameln vom 21. Dezember 1941 bis 13. November 1942.
Am 22. Mai 1943 wurde Philippson in das KZ Auschwitz deportiert. Dort ist er verschollen.
Siehe die Darstellung im Verzeichnis der Ghetto- und KZ-Opfer unter den Zuchthausgefangenen (Kap. 2.5).

Gruppenzugehörigkeit:  Juden / Hameln

Pieper, Margarete (Grete), geb. Frank

wurde am 21. Juni 1906 in Herne geboren, als Tochter des Ingenieurs und Maschinenbauers Albert Frank und seiner Ehefrau Caroline. Margarete Frank heiratete den Mühlenbauer August Pieper, der nach dem Tode von Albert Frank die Leitung der Maschinenfabrik in Osterbrak bei Kirchbrak übernahm. Die Eheleute hatten zwei Töchter, Karla (geb. 1926) und Inge (geb. 1936).
Weil der nichtjüdische Ehemann eine Scheidung von seiner jüdischen Frau verweigerte, wurde er im Herbst 1944 als „jüdisch Versippter“ bis zum Kriegsende zur Zwangsarbeit in das Lager Lenne bei Eschershausen eingeliefert.
Margarete Pieper wurde im Jahre 1944 auf Grund einer Denunziation verhaftet und in das Konzentrationslager Ravensbrück eingeliefert. Sie starb wenige Tage vor Kriegsende am 17. April 1945, vermutlich auf einem der Todesmärsche von Ravensbrück nach Malchow/Mecklenburg.

Gruppenzugehörigkeit:  Juden / Kirchbrak

Plaut, Klara

wurde am 2. März 1890 in Hemmendorf geboren und wohnte in Hemmendorf.
Klara Plaut wurde am 31. März 1942 über Hannover-Ahlem in das Ghetto Warschau deportiert und ist dort verschollen.

Gruppenzugehörigkeit:  Juden / Hemmendorf

Reichmann, Georg

wurde am 12. März 1886 in Kiew geboren. Der ehemalige russische Kriegsgefangene war nach der Auflösung des Hamelner Kriegsgefangenenlagers nach dem Ersten Weltkrieg in Hameln geblieben und lebte als Schuhmachermeister in der Alten Marktstraße.
Am 29. September 1941 nahm die Hamelner Polizei Georg Reichmann in „Schutzhaft“ und sperrte ihn in das Gefängnis des Amtsgerichts, um ihn am 1. Oktober an die Gestapo Hannover auszuliefern. Diese verschleppte ihn in das Gestapo-Lager Liebenau.
Am 15. Dezember 1941 wurde Georg Reichmann von Hannover aus in das Ghetto Riga deportiert und von dort in das KZ Stutthof.
Am 16. August 1944 wurde er in das KZ Buchenwald eingeliefert. Das letzte Lebenszeichen aus Buchenwald stammt von Anfang März 1945.
Georg Reichmann kam am 17. März 1945 im KZ zu Tode.

Zur Erinnerung an Georg Reichmann wurde am 29. Januar 2015 vor dem Haus Alte Marktstraße 52 ein Stolperstein verlegt.
Siehe die Webseite www.stolpersteine.geschichte-hameln.de

Gruppenzugehörigkeit:  Juden / Hameln