Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
1. Die Opfer unter den jüdischen Bürgern
1.1 Jüdische Bürger aus Hameln
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Cahn, Paula
wurde am 8. November 1864 (oder 1866) in Mülheim an der Ruhr geboren. Sie war unverheiratet und offenbar ohne Beruf.
Über Paula Cahns Leben in Hameln ist sehr wenig überliefert, so auch nicht ihre Adresse vor 1939.
Seit 1939 musste die alte Dame im Hamelner „Judenhaus“ Pferdemarkt 8 leben.
Paula Cahn wurde am 23. Juli 1942 aus Hameln über Hannover-Ahlem in das Altersghetto Theresienstadt deportiert.
Dort starb Paula Cahn im Alter von 77 Jahren am 9. Dezember 1943.
Zur Erinnerung an Paula Cahn und die Familie Katz wurden am 28. März 2014 vor dem Haus Pferdemarkt 8 vier Stolpersteine verlegt.
Siehe die Webseite www.stolpersteine.geschichte-hameln.de
Cohen, Willy,
wurde am 20. August 1884 in Leer/Ostfriesland geboren. Der Viehhändler wohnte bis 1939 in Leer. Anschließend lebte er als Flüchtling im holländischen Emmen.
Vom 15. April bis 13. November 1942 war Willy Cohen Insasse im Zuchthaus Hameln.
Am 22. Mai 1943 wurde Willy Cohen in das KZ Auschwitz deportiert und ermordet.
Siehe die Darstellung im Verzeichnis der Ghetto- und KZ-Opfer unter den Zuchthausgefangenen (Kap. 2.5).
Cohn, Ernst
wurde am 15. Januar 1893 in Hamburg geboren und wohnte in Hamburg, Buchenstr. 6.
Er war Insasse im Zuchthaus Hameln vom 28. August 1940 bis 13. November 1942.
Am 22. Mai 1943 wurde Ernst Cohn in das KZ Auschwitz deportiert und ist dort verschollen.
Siehe die Darstellung im Verzeichnis der Ghetto- und KZ-Opfer unter den Zuchthausgefangenen (Kap. 2.5).
Cohn, Martha
wurde am 11. Februar 1895 in Cekzin im damaligen Landkreis Tuchel, Westpreußen, geboren. Wann die unverheiratete Frau nach Hameln kam, ist nicht bekannt. Seit 1931 hatte sie gemeinsam mit ihrer Schwester Cäcilie ein Putzgeschäft in der Ritterstraße 13 und fertigte außerdem Übersetzungen an. 1935 zog sie in die Bäckerstraße 56, 1938 – nach dem Tod der Schwester – in die Fischpfortenstraße 18. Das Putzgeschäft hatte sie aufgeben müssen. Sie lebte nun von kleinen Näharbeiten und von Übersetzungen.
Im Jahre 1940 musste Martha Cohn in das „Judenhaus“ Neue Marktstraße 13 ziehen und bewohnte dort zwei schräge Zimmer unter dem Dach.
Martha Cohn wurde am 31. März 1942 aus Hameln über Hannover-Ahlem in das Ghetto Warschau deportiert. Sie war damals 47 Jahre alt. Martha Cohn gilt als verschollen.
Zur Erinnerung an Martha Cohn wurde am 29. Januar 2015 vor dem Haus Fischpfortenstraße 18 ein Stolperstein verlegt.
Siehe die Webseite www.stolpersteine.geschichte-hameln.de
Cohn, Thekla, geb. Bernstein
wurde am 16. Mai 1884 als Tochter des Kaufmanns Kusel Bernstein und seiner Ehefrau Esther (Emma) in Hameln geboren.
Ihre fünf Geschwister, die Schwestern Paula, Hedwig und Else sowie die Brüder Karl und Max, wurden ebenfalls deportiert und ermordet.
Bis zu ihrer Heirat im Jahre 1926 lebte Thekla Cohn in der Bäckerstraße 23. Von Hameln zog sie nach Lüdenscheid. In zweiter Ehe lebte sie seit 1930 in Paderborn.
Am 10. November 1941 wurde Thekla Cohn im Alter von 57 Jahren aus Düsseldorf in das Ghetto Minsk deportiert.
Nach dem Kriege wurde Thekla Cohn für tot erklärt.